Was verband Voltaire und Friedrich den Großen?

Potsdam zwischen Kunst und Krieg

Ein eigenartiges Gespann oder „eine wunderbare Freundschaft“? Über 800 Briefe aus 42 Jahren dokumentieren die  intensive Korrespondenz zwischen Frankreichs berühmtem Philosophen Voltaire und Preußens bedeutendem König Friedrich II. – und sie begegneten sich auch oft persönlich.

Gemälde Tafelrunde Friedrich der Grosse von Adolph Menzel
Tafelrunde Friedrichs d. Gr. von Adolph Menzel 1850

Im Jahr 1740 nahm Voltaire eine Einladung des Kronprinzen an und stattete ihm einen zweiwöchigen Besuch auf Schloss Rheinsberg ab. Kurz danach verstarb Friedrichs Vater, der auf alles Militärische fixierte „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., und aus dem Kronprinz wurde der König Preußens. Zehn Jahre später lud der Regent Voltaire nach Potsdam ein und ernannte ihn zum Kammerherrn des 1747 vollendeten Schlosses Sanssouci.

Der 58-jährige Philosoph blieb zwei Jahre. Er wollte den 17 Jahre jüngeren Freund für seine Ideen von Freiheit und Toleranz gewinnen, lehrte ihn in der königlichen Bibliothek Rhetorik, Dichtkunst und Philosophie. Friedrich II. umgab sich in Potsdam mit mehreren französischen Gelehrten und war einer der meistpublizierten Autoren seiner Zeit. In seinem Werk „Antimachiavell“ erklärte er seine humanistischen Ideen einer breiteren Öffentlichkeit.  „Was verband Voltaire und Friedrich den Großen?“ weiterlesen

Maria Sibylla Merian: Pionierin in Kunst und Wissenschaft

Wie kamen die Schmetterlinge zur Kupferstecherin?

Die begabte Malerin und Kupferstecherin Maria Sibylla Merian (1647-1717) hatte schon als Kind die Metamorphose von Schmetterlingen beobachtet und gemalt. Das Thema begleitete sie ihr ganzes Leben, und 1699 nahm sie im Alter von 52 Jahren nur in Begleitung ihrer Tochter eine anstrengende Überseefahrt nach Surinam auf sich, um tropische Insekten zu erforschen.

Dabei waren schon Fahrten in der Postkutsche innerhalb Europas eine Tortur! Und ganz ungefährlich war das Erforschen von Insekten für Frauen in einer abergläubischen Zeit mit Hexenverfolgungen nicht. Die seriöse Naturforschung steckte damals noch in ihren Kinderschuhen.

Aristoteles hatte eine bequeme Theorie entwickelt, die lange vorherrschte: Insekten entstehen aus Schlamm. Manche Zeitgenossen behaupteten gar, Schmetterlinge seien verzauberte Hexen.

Von Merians Reise existieren nur wenige Beweise, darunter ein Eintrag auf der Passagierliste des riesigen Segelschiffes. Während ihrer Zeit in Surinam hat sie in kurzen Texten die Pflanzen und Schmetterlingsarten beschrieben. Man muss zwischen den Zeilen lesen, um kulturhistorische Details zu erfahren, z. B. über Bräuche der indigenen Bevölkerung und die Kolonialpolitik der Niederlande.

Maria Sibylla Merian. Reise nach Surinam
Bildbiografie über Maria Sibylla Merian, Autorin: Kathrin Schubert

Kathrin Schubert: Maria Sibylla Merian. Reise nach Surinam, Frederking & Thaler / GEO 2010, ISBN 3894057726 „[…] Das Leben dieser 1647 in Frankfurt am Main geborenen Forscherin und Künstlerin in ihrem zeitgeschichtlichen Umfeld auf besonders anschauliche Weise darzustellen, ist das Verdienst von Kathrin Schuberts Band „Reise nach Surinam“. […] Rezension in der Süddeutschen Zeitung (23.09.2010)

„Auf den Spuren einer Frau, Künstlerin und Entdeckerin: 1699 begab sich Maria Sibylla Merian auf eine Forschungsreise nach Surinam. Aktuelle Fotos kombiniert mit Tagebuchauszügen, Karten und den Aquarellen Merians lassen diese aufregende Reise wieder lebendig werden. Begleiten Sie die zielstrebige Wissenschaftlerin und Künstlerin, die bis heute fasziniert.“ GeraNova Bruckmann

Über die Autorin: Die Wortjongleurin Kathrin Schubert M.A. hat Romanistik, Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft studiert und arbeitet seit 10 Jahren als Übersetzerin, Autorin und Lektorin in München. Die „Wortjongleurin“ pflegt diesen Blog aus Interesse. Kommentare und Gastbeiträge sind herzlich willkommen!